Rechtssicherheit im Gerüstbau:


Ein Gerüstbau Unternehmer erstellt ein Gerüst auf öffentlichem Grund, ohne erforderliche Genehmigung erhalten zu haben.

oder

Ein Gerüstbau Unternehmer erstellte ein Gerüst ohne die Auflagen der Behörde zu erfüllen.

oder

Ein Gerüstbau Unternehmer wird vom Auftraggeber freitags gegen Mittag gebeten, das Gerüst doch noch für einen Tag oder bis Montag stehen zu lassen. Die Genehmigung indes läuft am Freitag 24 Uhr ab. Das Ordnungsamt kann der Unternehmer am Freitgnachmittg nicht mehr erreichen. Das Gerüst steht ab Samstag 00:01 Uhr ohne Genehmigung da!

oder

Ein Gerüstbau Unternehmer montiert, demontiert oder verändert ( Umbau ) ein Gerüst, ohne dabei die Richtlinien zur Sicherheit bei Arbeiten im Straßenverkehr (und auf Gehwegen) zu beachten.


In diesen Fällen haftet der Gerüstbau Unternehmer bei Sach-, oder Personenschäden.


Baustellen von kurzer Dauer auf Gehwegen

Die RSA ( Richtlinien zur Sicherung von Arbeiten im Straßenverkehr ) besagt dazu, handelt es sich bei Arbeiten auf Geh-, und Radwegen: "Längsabsicherung durch Leitkegel mind. 50cm hoch im Abtand von 2,5 mtr. Querabsperrung durch Leitkegel, möglichst zusammen stehend. Weiterhin sind Verkehrsschilder Typ 259 ( Verbot für Fußgänger ) wie Zusatzzeichen VZ2140 ( Fußgänger andere Straßenseite benutzen ) vorgeschrieben. Beide können an Schilderständer befestigt werden.

Wie weit vom Gerüst entfernt, sollte / muss bei Aufbau, Umbau oder Abbau des Gerüstes der Gehweg gesperrt werden? Darüber gibt es kein Regelwerk, keine Richtlinie und keinen Paragrafen. Steht das Gerüst in einer breiten Fußgängerzone oder einem sehr breiten Geh-, und Radweg, so ist empfehlenswert diese Querabsperrung nicht geringer auszuführen, als dass das längste Bauteil im Regelaufbau lang ist. Hier: Diagonale l=3,6 mtr. Es ist nämlich üblich, dass Gerüstbauer ihre Teile zunächst am Gerüst (falls vorhanden) anstellen. Fiele eine solche 3,6 mtr lange Diagonale nach außen um, sie könnte bei 3,6 mtr Querabsperrung kein Passanten / Fußgänger / Radfahrer treffen, d.h. verletzen.

Ist der Gehweg indes zu schmal, ist es ratsam den Gerüst-LKW auf der Straße vor dem Gerüst abzustellen, um so mögliche Verletzungen von Radfahrern oder Zweiradfahren auszuschließen. Querabsicherung durch Leitkegel entsprechend vor und hinter dem LKW abstellen.

Ist der Gehweg zu schmal und gestattet keinen Einsatz von 109er oder Tunnel-Rahmen und gestattet die Straßenbreite kein Abstellen des Gerüst-LKW, so ist höchste Aufmerksamkeit geboten. Einen Posten zur Warnung während der Gerüstarbeiten ist laut Bau-BG, UVV und RSA zwingend vorgeschrieben. Dieser Posten hat die Aufgabe, Verkehrsteilnehmer auf mögliche Gefahren hinzuweisen, ggf für einen Moment die Gerüstbauer bei ihrer Arbeit zu unterbrechen. Man stelle sich vor, ein Anker flöge in einen Kinderwagen.. besser man stellt es sich nicht vor.


Durch diese Maßnahmen ist der Gerüstbau-Unternehmer bei Gerüstaufbau-, Umbau oder Abbau absolut auf der rechtssicheren Seite.




Kommt es an Dritten zu Sachschäden, viel schlimmer zu Personenschäden, falls das Gerüst nicht richtig abgesichert, bzw genehmigt ist, wird dies weitreichende Folgen für den Gerüstersteller haben. Kleineren Firmen kann es die Existenz bedrohen!

Daher: Gerüst stets genehmigt aufbauen, absichern und anschließend zur eigenen Sicherheit fotografieren!! Ein paar Pylonen (Leitkegel), 2 Schilder 259, 2 Schilder VZ-2140 und zwei Schilderständer kosten zusammen kaum mehr als 400 Euro in der (einmaligen) Anschaffung. Sicherheit sollte immer vor Profit gehen.